Im Prinzip Kindeswohlgefährdung!

Ein Film, private Daten im Netz und ein Offenbarungseid. Wer Heimkinder für PR opfert, bricht seine Fürsorgepflicht. Träger spielen „moderne Familie“, während der Schutzraum der Kinder zur Kulisse verkommt.

Wir wissen sehr genau, was passiert, wenn staatliche Aufsicht versagt und Schutzkonzepte nur auf dem Papier stehen, aber nicht gelebt werden. Wir wissen auch, was es bedeutet, wenn Behörden wegsehen und sich blind auf die „guten Absichten“ von Trägern verlassen.

Dass bereits vor der Veröffentlichung der Drehort des Films und damit die Wohnadresse der Kinder öffentlich zugänglich waren, ist eine grobe Pflichtverletzung. Ein Kind, dessen Adresse in diesen besonderen vulnerablen Umständen online erkennbar ist, wird auf einem Silbertablett serviert. Das zieht die Aufmerksamkeit von Leuten und Netzwerken an, die vieles haben – nur keine guten Absichten. Das ist ein reales Sicherheitsrisiko, dem der Träger nicht ausreichend begegnet ist. Hinweise auf diese Gefahrenlage bekamen sie oft genug – ohne Konsequenzen ihrerseits.

Freiwilligkeit ist im Heim eine Illusion

Deshalb können wir die Kritik des Careleaver e.V. nur wiederholen – ohne Einschränkungen. In einer Wohngruppe gibt es keine „Freiwilligkeit auf Augenhöhe“ – nicht in diesem Kontext.
Das ist das Problem der strukturellen Machtasymmetrie: Wer darüber bestimmt, was du isst, wann du ins Bett gehst, wen du besuchen darfst und wie deine Zukunft aussieht, dem sagst du nicht einfach „Nein“, wenn er dich filmen möchte. Eine Einwilligung ist hier maximal Ausdruck einer Anpassung – kein Ausdruck von Freiwilligkeit.

Gezeichnet fürs Leben

Während die Produktionsteams zum nächsten Projekt weiterziehen, werden die Kinder und Jugendlichen mit ihrem digitalen Fußabdruck allein gelassen. Jede spätere Bewerbung, jedes Kennenlernen wird durch diese Geschichte möglicherweise vorbelastet. Wir sprechen aus Erfahrung!

Öffentlichkeit darf niemals auf Kosten der Sicherheit und Würde von Kindern erkauft werden. Kinderschutz ist kein „Prinzip“, das man einfach vernachlässigen kann. Es ist eine verdammte Pflicht. Und dieser wurde hier offensichtlich nicht nachgekommen.

Deshalb fordern wir die Einrichtungsaufsicht auf:

Sorgen Sie dafür, dass diese Jugendlichen nicht die nächste Generation sind, die den Preis für Ihr Wegsehen zahlt.

K.I.N.D. e.V.

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